Retro der Woche 17/2016

Im April-Heft der Schwalbe ist bereits der Preisbericht der Retros aus dem Jahre 2014 von Kostas Prentos erschienen; ein Stück daraus möchte ich heute vorstellen.

Silvio Baier
Die Schwalbe 2014, 2. Preis
Beweispartie in 27 Zügen (14+13)

 

Auf beiden Seiten fehlen nur Bauern, und sofort sieht man sowohl für Weiß als auch für Schwarz jeweils zwei Schläge durch Bauern: Weiß hat exf und hxg gespielt, bei Schwarz sehen wir exf6 und dxe6.

Mit diesen vier Schlagzügen können keine Bauern geschlagen worden sein – damit wissen wir schon jetzt, dass es (mindestens) zwei weiße und zwei Schwarze Umwandlungen gegeben haben muss.

Können wir auch schon etwas über den dritten Schlag durch Weiß sagen?

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Regen-Wochenende

Das kommende Wochenende soll ja ziemlich feucht werden. Wenn ihr da nicht gerade Retros für Die Schwalbe baut oder eure Einsendungen für das FIDE-Album vorbereitet, habt ihr vielleicht Lust auf eine „Zwischendurch“-Kleinigkeit (Nr. 17)?

Nikolai Buljajew
Schachmati w SSSR 1977, Lob
Färbe – letzte drei Züge? (??+??=6)

 

Das sollte nicht allzu schwierig sein, aber diese Art von Aufgaben finde ich sehr attraktiv. Viel Spaß also beim Lösen — und vielleicht fällt euch hierzu ja auch etwas ein?

Retro der Woche 16/2016

Nikita Plaksin ist sicherlich einer der bedeutendsten Komponisten klassischer Retros, der aber auch intensiv im Bereich der Märchen-Retros unterwegs war: Speziell mit Andrej Kisljak zusammen hat er intensiv verschiedene Märchenbedingungen auf Last-mover Rekorde untersucht, bei denen also (zumindest) der letzte Zug eindeutig ist – und das mit möglichst wenigen Steinen.

Heute habe ich aber eine klassische Aufgabe von ihm herausgesucht, die mir immer wieder sehr gut gefällt.

Nikita Plaksin
Schachmati w SSSR 1991, 1. Preis -- A. Kisljak gewidmet
#1 durch Schwarz (11+14)

 

Hier sehen wir wieder einmal eine Vorwärtsforderung, die sehr schnell zu lösen ist: Weiß ist am Zug, muss das Schachgebot durch 1.Txg4 parieren, wonach 1.– Sd6# mattsetzt. Aber das ist natürlich nicht der dürftige Inhalt dieser Aufgabe; natürlich geht es um die Stellungsgenese: Wie lässt sich die Diagrammstellung auflösen?

Dazu untersuchen wir wie üblich zunächst einmal die Schläge: Die Konstellation der schwarzen Bauern auf der b- und c-Linie erfordert drei Schläge (axb, bxc, dxc), ferner geschah gxXf6 – und das Schachgebot in der Diagrammstellung konnte auch nur durch Lh3xXg4 gespielt werden, damit sind alle fehlenden weißen Steine erklärt.

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Retro der Woche 15/2016

Nicht nur die neueste Schwalbe bietet viel Lesestoff für uns Retrofreunde, auch die neue Ausgabe von StrateGems (April-Juni 2016): Neben dem reichhaltigen Urdruckteil gibt es den fünften Teil von Silvio Baier, Nicolas Dupont und Roberto Osorio über Weiterentwicklungen der „future proof games“, bei denen mindestens zwei Themen doppelt gesetzt sind. (Die Fortsetzung dieser Reihe, die für jeden Retrofreund, vor allen Dingen jeden Preisrichter ein „Muss“ ist, wird im Januar 2017 starten.)

Dieser Teil mit insgesamt 23 Aufgaben enthält drei Urdrucke, zwei davon von Nicolas, der in diesem Jahr Beweispartie-Preisrichter bei StrateGems ist; eine davon wollen wir uns heute anschauen.

Nicolas Dupont
StrateGems 2016
Beweispartie in 25,5 Zügen (14+13)

 

Man sieht sofort, dass nur Bauern im Diagramm fehlen, die jeweils beiden Doppelbauern konnten aber nicht durch Schlag dieser fehlenden Bauern entstanden sein. Damit wissen wir schon jetzt, dass wir in der Lösung vier Umwandlungen zu erwarten haben – so überraschend ist dies angesichts des Erscheinungsort dieser Aufgabe im Aufsatz natürlich nicht.

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April-Schwalbe

Das neue Heft der Schwalbe, das heute im Briefkasten steckte, bietet wieder jede Menge interessanten Lesestoff für uns Retrofreunde: Neben (leider nur) sechs Urdrucken zum Lösen und Kommentieren findet ihr beispielsweise den sehr ausführlichen Retro-2014-Preisbericht von Kostas Prentos, einen spannenden Aufsatz über Läufer-Korridore von Werner Keym sowie den von Günter Lauinger verfassten Nachruf auf Werner Frangen.

Viel Spaß bei der Lektüre — und vergesst nicht, die Urdrucke zu kommentieren und gute neue Aufgaben einzuschicken: Der Retro-Sachbearbeiter wird es zu schätzen wissen! 😉

Retro der Woche 14/2016

Die Beweispartien des Russen Rustam Ubaidullajew zeigen immer sehr originellen Inhalt fern jeglicher Schablone. Mir persönlich erscheinen sie auch (deswegen??) meist schwer zu lösen.

Heute habe ich ein schon etwas älteres Stück von ihm ausgegraben, an dem ihr meine Thesen selbst überprüfen könnt.

Rustam Ubaidullajew
Schachmatnaja Komposizija 2003
Beweispartie in 23 Zügen (16+16)

 

Überlegungen zur Schlagbilanz etwa anhand von Doppelbauern können wir uns hier natürlich sparen, da ja noch alle 32 Klötze auf dem Brett stehen.

Auffällig an der Diagrammstellung ist sicher besonders wTd7, der ja „irgendwie“ über die achte Reihe auf sein Zielfeld gelangt sein muss. Und wie üblich sind das „Züge zählen“ und mögliche Schlussfolgerungen daraus auch hier eine Grundlage zur Lösung.

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Noch ein Feiertag…

Noch ein Feiertag, und der ist sogar eine Stunde länger als der gestrige!

Was liegt da näher, als sich zwischendurch (Nr. 16) mal mit einer kleinen, hübschen Retro-Aufgabe zu beschäftigen? Einer Aufgabe wieder von Josef Haas (siehe Retro der Woche 13/2016), die genau vor 40 Jahren erschienen ist.

Josef Haas
feenschach 1976
Weiß nimmt zurück und setzt in zwei Zügen matt (3+3)

 

Löser Hemmo Axt schrieb damals dazu: „Hübsche Retroanalyse mit einfachsten Mitteln“ Viel Spaß damit!

Retro der Woche 13/2016

Bei meinen Infos zum März-Heft des Problemist hatte ich Bernd Gräfraths Artikel über Retraktoren von Josef Haas erwähnt. Von ihm möchte ich heute eine andere Aufgabe vorstellen

Josef Haas
Mannheimer Morgen 1975, In memoriam Dr. Karl Fabel
Matt in einem Zug (8+12)

 

Der gewitzte Leser/löser wird sofort sagen: Na klar, 1.Kd2#!; 1.0-0-0 geht nicht, denn dann wäre das Stück ja nebenlösig!

Das stimmt schon, aber das „die Rochade geht nicht“ ist natürlich der eigentliche Kern der Aufgabe: Warum nicht?

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