7. Problemschach-Wettbewerb des SVW

Es ist wieder so weit, der Schachverband Württemberg und Wolfgang Erben haben wieder einen Problemschach-Wettbewerb ausgeschrieben, der sich besonders an die „Konstrukteure“ unter uns wendet:

Konstruiere eine möglichst kurze (nicht unbedingt eindeutige) Beweispartie, die zur „Viele-Väter-Stellung“ (Kc8 Bb6 — Ka8 Ba7) führt und in der nur Könige und Bauern ziehen.

Einsendeschluss ist der 30. November 2018.

Die genauen Regeln, Hinweise zum Turnier und die Mail-Adresse, an die die Partie zu senden ist, findet ihr hier zum Ansehen oder Download. Als erster Preis sind übrigens wieder 100 € ausgelobt!

Viel Spaß beim Bauen, viel Erfolg im Wettbewerb!

Retro der Woche 30/2018

Kann man den wesentlichen Inhalt einer Beweispartie schon an der Diagrammstellung ablesen? Gelegentlich schon: Wenn z.B. der weiße König auf a8 steht, ist sicher dessen Weg dorthin interessant, vielleicht für die schwarzen Züge sehr entscheidend.

Heute habe ich eine Aufgabe ausgewählt, bei der ihr euch im Vorfeld vielleicht auch schon mal Gedanken über den erwarteten Inhalt machen könnt, bevor ihr direkt zu lösen beginnt.

Jorge Lois & Roberto Osorio
StrateGems 2017
Beweispartie in 17,5 Zügen (13+14)

 

Das Zählen der sichtbaren Züge bei Schwarz fällt sehr leicht, bei Weiß haben wir 3+1+2+3+2+5=16 – damit sind noch zwei weiße Züge frei. Aber auch die sind schnell geklärt, denn ein weißer Stein muss ja auf b6 geschlagen worden sein. Von den fehlenden weißen Steinen kann nur einer, nämlich ein Turm, in zwei Zügen nach b6 kommen, und damit sind alle weißen Züge bereits geklärt.

Wir wissen auch schon, dass dieser Turm [Th1] ist, der über h6 nach b6 gekommen ist, um [Ta8] befreien zu können.

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Viel Inhalt

„Viel Inhalt fürs Geld“ kann man auch bei sehr kurzen Beweispartien bekommen; ein recht altes Beispiel möchte ich euch heute zeigen, das mir im Internet mal wieder über den Weg gelaufen ist.

Richard Müller
Rochade 1985
Beweispartie in 6,5 Zügen (14+14)

 

Das ist wahrscheinlich Sekundensache — aber zeitökonomischer lässt sich das Haupt-Thema nicht darstellen!

Retro der Woche 28/2018

Sind wir mit dem letzten Retro der Woche weit zurück in die Geschichte gegangen, so sind wir heute – Achtung, Wortspiel! – brandaktuell.

Wie immer lag bereits in der Woche zuvor die neue Ausgabe Juli bis September von StrateGems bei mir im Briefkasten, und neben den sechs Retros im Urdruckteil gibt es sechs weitere Beweispartien als Urdruck in der 10. Folge der „Future Proof Game chronicle“ anzuschauen. Eine dieser Beweispartien möchte ich heute mit euch teilen.

Nicolas Dupont
StrateGems 2018
Beweispartie in 20,0 Zügen (12+15)

 

In der Serie geht es den Autoren im Moment darum, die ersten sieben Folgen zu aktualisieren; wir können also hier ein „Future Proof Game“ (Mindestens zwei Themen werden jeweils mindestens doppelt gesetzt) am Puls der Zeit erwarten.

Bei Weiß sehen wir nur vier Züge, allerdings fehlen gleich vier Steine, die möglicherweise auch irgendwie gezogen haben müssen. Bei Schwarz können wir sicherlich Erfolg versprechender zählen, und wir sehen dabei 2+0+3+2+2+11=20 Züge; alle schwarzen Züge sind demnach erklärt.

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Symmetrie

Symmetrische Beweispartien können recht langweilig sein, wenn Schwarz einfach die Züge von Weiß kopiert. Das ist aber nicht der Fall, wenn Weiß einen Halbzug mehr gemacht hat: Das kann dann sehr interessant sein!

Heute habe ich eine Kleinigkeit für Euch: Für die Halbzeitpausen heute beim Fußball — oder einfach so zwischendurch:

Michel Caillaud
Messigny 1997, Lob
Beweispartie in 5,5 Zügen (14+14)

 

Entweder man hat es sofort — oder es dauert doch ein wenig länger?! Egal: Viel Spaß damit und einen guten Start ins Wochenende!

Retro der Woche 26/2018

Nach längerer Zeit möchte ich heute wieder ein Retro, konkret eine Beweispartie, mit einer Märchenbedingung vorstellen. Das ist heute „Lortap“ oder auch „Elliuortap“ und ist damit die Umkehrung (lest die Namen einmal rückwärts!) von „Patrol“ bzw. „Patrouille“ Schach. Hierbei haben Steine nur nur Schlag- und Schachwirkung, wenn sie von einem eigenen Stein beobachtet werden. Bei Lortap ist es natürlich genau umgekehrt: Ein Stein hat keine Schlag- und Schachkraft (wohl aber Zug- und Beobachtungskraft), solange er von einem Stein der eigenen Partei beobachtet wird. Diese Bedingung taucht hier im Blog übrigens nicht zum ersten Male auf, siehe den Artikel über Quartz 40 vom 20. August 2014.

[php]tb_dia(„r5n1/pppnp3/1b3pk1/4qrp1/2p1R3/5b2/PP1PPPP1/RNBQKBN1“, „Nicolas Dupont, Quartz 2013-2015, Preis“, „Beweispartie in 16,5 Zügen Lortap (14+15)“); [/php]

 

Die ersten Überlegungen zu Schlagfällen und erforderlichen Zügen sind noch vollkommen orthodox: Es fehlen offensichtlich drei Bauern, nämlich [Bc2], [Bh2] und [Bh7]. Bei Weiß sind nur zwei Züge im Diagramm sichtbar, bei Schwarz schaut das schon anders aus: Zählen wir hier „ganz orthodox“, so sehen wir 2+2+2+5+1+4=16 Züge; alle schwarzen Züge sind also im Diagramm sichtbar.

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Zwischendurch (51)

Andrew Buchanan baut gelegentlich kurze, aber sehr pointierte Beweispartien. Wie wäre es damit, diese „zwischendurch“ anzuschauen und zu lösen?

Andrew Buchanan
www.anselan.com 2002
Beweispartie in 6,5 Zügen (14+11)

 

Viel Spaß beim Lösen! Zweimal Homebase sieht man natürlich sofort — erkennt ihr auch die anderen dargestellten Themen?

Neue Sechsfach-CRs

Im Aprilheft 2017 der Schwalbe (Seite 82-86) hatte Silvio Baier alle zu der Zeit veröffentlichten Sechsfach-Setzung des Ceriani-Frolkin Thema vorgestellt.

Zwischenzeitlich hat er weiter an diesem Thema gearbeitet; und die Resultate in Form von zwölf aufgaben, darunter sieben Urdrucken, stellt er in einem Aufsatz vor, den er mir dankenswerter Weise zur Veröffentlichung hier im Blog überlassen hat — herzlichen Dank dafür nach Dresden! Ihr könnt den Aufsatz (pdf-Datei) direkt hier lesen oder auch herunterladen.

Ich empfehle ihn euch zum gründlichen Studium, denn hier kann man sehen, wie ein Meister seines Fachs eine Matrix immer wieder variieren kann, um neue Ergebnisse daraus zu erzielen. Sehr lesenswert, sehr lehrreich!